Laos - Im Dschungel verlaufen...

06.06.2024 - 4 min. read

Einen Tag bevor ich die Grenze nach Laos erreiche treffe ich auf Yonas und Coco. Die beiden hatten in einer der unzĂ€hligen WhatsApp Gruppen gefragt, ob einer ne Route durch Laos kennen wĂŒrde. Tat ich natĂŒrlich nicht aber man kann ja trotzdem mal antworten. 😂 Nach kurzem hin und her stellte sich dann heraus, dass die beiden nur knappe 10km von mir entfernt waren und auch noch Geld fĂŒr das Visum benötigten. Ich wurde also damit beauftragt ein GeschĂ€ft zu finden bei dem wir Geld wechseln könnten. Leichter gesagt als getan, denn als mich die Frau vom Goldladen sah beschloss sie, dass ihr Tag schon lang genug war und schloss die TĂŒr vor meiner Nase. War wohl wenig hilfreich, dass mein T-Shirt aussah als wĂ€re ich in einem Kampf mit einem BĂ€ren gewesen und danach 20km durch den Urwald gelaufen


Aber man lĂ€sst sich ja nicht unterkriegen und die zweite GoldverkĂ€uferin war so gnĂ€dig unsere vietnamesischen Dong in Dollar zu tauschen. Also wurden 2 Millionen schnell zu einer einzigen 100 Dollar Note kleingemacht. WĂ€hrenddessen hatte Coco schon einen neuen Freund gefunden, ein vietnamesischer Englisch Lehrer der uns zu sich in die Klasse einlud wo wir dann die (unglaublich nervigen) SchĂŒler bespaßen durften. Allerdings hatte das auch etwas gutes denn wir bekamen sowohl ein Banh Mi als auch eine kostenlose Schlafmöglichkeit fĂŒr die Nacht.

Schlafen im Klassenraum

Am nĂ€chsten Tag ging es dann zur Laotischen Grenze wo der Beamte uns erstmal um 5 Dollar leichter machen wollte und dann unseren wunderschönen 100 Dollar Schein ablehnte, nachdem wir uns weigerten den kleinen Obulus an ihn abzudrĂŒcken. Also ging es nach einigem Hin und her zur Bank wo wir Geld einzahlen konnten und im Gegenzug einen neuen 100 Dollar Schein erhielten. Danke Laos! 😘 (sarkasmus)

Hinter der Grenze erwartete uns dann ein beeindruckender Tempel den ich ĂŒberraschenderweise beim ersten Mal nicht gesehen hatte, als ich die Grenze fĂŒr meinen Visa Run ĂŒberquert hatte. Einmal schnell posieren und
 Wo ist Yonas? 😂 Tja
 20 Minuten spĂ€ter schreibt er uns dann, dass er uns nicht gefunden hat und schon mal 8.5km voraus gefahren sei


Tempel

Also auf zu Yonas und auf zur ersten Stadt! Naja
 StĂ€dte hat Laos jetzt nicht wirklich zu bieten, das merkten wir allerdings erst als wir den letzten SIM Karten Laden bereits hinter uns gelassen hatten. Naja, macht man nichts, dann gibt’s halt kein Internet fĂŒr die nĂ€chsten Tage, was kann schon schiefgehen? 😅

Nach 50km haben wir dann das erste Restaurant angesteuert. Zu essen gab es
 Pho! Als hÀtten wir davon nicht schon genug in Vietnam gehabt


Am Abend ging es dann noch weiter bis wir schließlich im grĂ¶ĂŸten Ort seit der Grenze einen Tempel fanden in dem wir unterkommen konnten. Buddha wachte die ganze Nacht ĂŒber uns und wir hatten sogar eine Dusche! Also
 einen Wassereimer
 Und ĂŒberall wimmelte es nur so vor fliegendem Ungeziefer


Tempel Übernachtung Tempel Übernachtung

Aber dann ging es erst richtig los. Von der Hauptstraße ging es ab auf eine Schotterpiste, die uns durch den Dschungel fĂŒhren sollte. Nach lockeren 50km in der Sonne kamen wir dann an der versprochenen FĂ€hre an. Und, das muss man der Karte lassen, eine FĂ€hre gab es tatsĂ€chlich. Nach der Überfahrt waren wir dann knappe 4 Euro leichter, ganz schön teuer fĂŒr die paar Meter, aber so ist das halt wenn man als reicher EuropĂ€er mit zerrissenem Tshirt und klapprigem Rad durch die Gegend fĂ€hrt. 😂

Also bisher lief alles super, wir hatten eine FĂ€hre gefunden, die Straße war zwar nicht die beste aber wir kamen voran und die Sonne war auch nicht mehr so unangenehm. Aber wo ist denn die Straße? Vor uns taten sich locker so um die 30 verschiedene Wege auf, auf der OpenStreetMap Karte waren wir sowieso schon lange im Nirgendwo angekommen und auch bei Google Maps verliefen sich die Spuren ins Nichts. Half auch nicht gerade, dass wir kein Internet hatten und die Leute die wir fragten uns nur mit großen Augen ansahen und auf die Straße deuteten. 😂 Nach zwei missglĂŒckten Versuchen fanden wir dann eine Frau mit großem Jeep der wir folgen konnten, dabei sprang mir allerdings der Gang raus und meine Kette verhakte sich hinter der Kassette. 20 Minuten und ein paar dutzend FlĂŒche spĂ€ter ging es dann weiter bis wir 4 Stunden nachdem wir die FĂ€hre genommen hatten endlich wieder auf einer “Straße” ankamen. 😅

Unsere RĂ€der

Und wie es die Natur so wollte fing es auch genau dann an zu regnen
 Wir versteckten uns unter einem kleinen Vordach einer HĂŒtte bis der Wind plötzlich drehte und uns der Regen mit 100km/h direkt in die Fresse klatschte. Die RĂ€der wurden beinahe weggeweht und wir schafften es gerade so alles in die HĂŒtte zu bringen.

Nach einer guten Stunde war es dann auch ĂŒberstanden. Der Regen hatte allerdings auch etwas gutes, denn die MangobĂ€ume hatten allesamt ihre FrĂŒchte verloren und wir wurden von den einheimischen eingeladen, mitzuessen was das Zeug hielt. 15 Mangos spĂ€ter wurden wir dann wieder auf die eigentliche Frage aufmerksam, wo wir nun eigentlich schlafen wĂŒrden
 Der Boden war klitschnass und bei den HĂŒtten wollten wir ungern nachfragen. Allerdings kam dann plötzlich ein sehr netter Herr, der uns zu der Frau fĂŒhrte, die uns schon nach der FĂ€hre geholfen hatte, aus dem Wald rauszukommen. Anscheinend hatte die britische Regierung hier Geld fĂŒr eine Taskforce investiert, die Bomben aus dem Vietnamkrieg entschĂ€rfen sollte und bei denen wir unterkommen durften. Auch hier wimmelte es nur so vor Ungeziefer, dass von jeglichem Licht angezogen wurde. Beim Abendbrot landeten diese dann auch gelegentlich im Reis. Yam Yam 😋

BombenentschÀrfung


Me

Moritz Utcke

Nach der Schule habe ich mich entschieden mit dem Fahrrad auf Weltreise zu gehen. Vier wochen nach meinem Abi hab ich mein Zeug gepackt und mich aufs Rad geschwungen. Zwei Jahre spÀter bin ich immer noch hier und fahre mit meinem Kompagnon Joe durch den Dschungel von Laos, die Berge Nepals oder die Kasachische Steppe.